Rückblick Paralympics Milano Cortina
Ein Winter-Highlight jagt das Nächste. Bereits kurz nach den Olympischen Spielen gastierten die paralympischen Athletinnen und Athleten vom 6. bis zum 15. März in Milano Cortina. Bei den 14. Paralympischen Winterspielen wurden vom Deutschen Behindertensportverband 16 Sportlerinnen und Sportler, davon vier aus dem SSV-Gebiet. Dabei schafften es Theo Bold, Linn Kazmaier, Anja Wicker und Anna-Lena Forster auf das heiß begehrte Podium. In diesem Artikel blicken wir auf die spannenden Wettkampftage zurück.
Silber und Bronze in den nordischen Disziplinen
In den nordischen Disziplinen konnten die für SSV-Vereine startenden Athletinnen und Athleten ganze vier Medaillen sowie 2 Bronzemedaillen erringen, für den Sprung nach ganz oben hat es dieses Mal leider nicht gereicht. Besonders knapp wurde es dabei in der offenen 4x2,5km Staffel im Langlauf, in der das deutsche Team lange das Rennen anführte und schließlich nur 5,4 Sekunden hinter China ins Ziel kam. Das deutsche Team startete mit Theo Bold (WSV Isny) und Linn Katzmaier (SZ Römerstein) sowie deren Guides Jakob Bold und Florian Baumann. Komplettiert wurde die Staffel durch Marco Maier vom SV Kirchzarten und Sebastian Marburger.
Für Linn Kazmaier sollte es nicht die einzige Medaille bei diesen Spielen bleiben. Beim Klassik Sprint der Sehbehinderten kam sie zwar als dritte ins Ziel, allerdings wurde ihr aufgrund eines Technikfehlers des Guides von Teamkameradin Leonie Maria Walter nachträglich der zweite Platz zugeschrieben. Demnach musste sie sich nur der Russin Anastasiia Bagaiian geschlagen geben und durfte nach der Bronzemedaille bei den Paralympischen Spielen 2022 nun die Silbermedaille entgegennehmen.
Bei Anja Wicker (MTV Stuttgart) verliefen ihre bereits vierten Paralympischen Winterspiele erneut sehr erfolgreich. Sie gewann gleich vier Medaillen, Silber im Biathlon Einzel und der Langlauf Langdistanz sowie Bronze im Biathlon Sprint und der Biathlon Sprintverfolgung. Dabei gelang es Wicker über die 20km Langlauf die vierfache Olympiasiegerin und US-Topstar Oksana Masters hinter sich zu lassen, wodurch es für die eigentliche Biathlon Spezialistin eine überraschende Medaille war.
Der für den SV Kirchzarten startende Marco Maier holte neben der Silbermedaille in der offenen Langlaufstaffel noch drei Bronzemedaillen im Biathlon und darf somit ebenfalls auf erfolgreiche Paralympische Spiele zurückblicken.
Goldene Spiele für Forster
Die Pisten in Milano Cortina erwiesen sich, wie schon bei den Olympischen Spielen, erneut als gutes Pflaster für die Starterinnen und Starter aus Baden-Württemberg. Allen voran zeigte Anna-Lena Forster erneut in beeindruckender Manier, wen es im sitzenden Para Ski Alpin zu schlagen gilt. Neben dem zweiten Platz in der Super-Kombination fuhr sie sowohl in der Abfahrt als auch im Riesenslalom zwei Goldmedaillen ins Ziel und darf somit ihren Medaillenschrank zuhause nochmals erweitern. Die Abfahrt wurde dabei zum Krimi, in dem sie die Spanierin Audrey Pascual Seco mit 0,05 Sekunden schlagen konnte.
Das Quartett aus schwäbischen Straterinnen und Startern komplettierte Andrea Rothfuss (SV Mitteltal-Obertal) im Ski Alpin. Für sie war die Teilnahme an den Paralympics bereits ein persönlicher Erfolg. Nach einer Pause von zwei Jahren ohne Rennen im Weltcup aufgrund einer Depression hat sie sich erst kurz vor den Paralympics diesen Winter qualifiziert. Umso höher sind die zwei 4. Plätze im Super-G und im Riesenslalom zu bewerten. Gerade in den Speed Disziplinen hatte Andrea erst ein paar Wochen vor den Paralympics wieder Trainingserfahrung sammeln können. Das dann im Super-G schon ein 4. Platz herausgesprungen ist, war sensationell. Die Emotionen nach den Rennen zeigten auch, wie glücklich sie über den Erfolg und die Platzierungen bei den Paralympics war.
Ein emotionaler Höhepunkt folgte zum Abschluss: Gemeinsam mit Christian Schmidt (Para Snowboarder) durfte Andrea Rothfuss die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier tragen.